Leben unter extremen Konditionen

Je mehr sich die Wissenschaftler auf der Erde umschauen, um so mehr Leben entdecken sie. Irdisches Leben hat sich aussergewöhnlich unterschiedlichen Konditionen angepasst. Man findet es auch in Gegenden, in denen die Menschen es für unmöglich hielten. Bei den Lebensformen dort handelt es sich meist um Mikroorganismen, die aus einer einzelnen Zelle bestehen und ihre Energie weitgehend chemischen Reaktionen verdanken. Sie können an unglaublichen Plätzen existieren. Man findet sie in den Felsen der Antarktis, den vulkanischen Quellen des Yellowstone National Parks und sogar in den Heißwasser-Geysieren auf dem Boden des Ozeans. Die Mikroben, die in dieser oder anderen extremen Umwelten leben werden kollektiv als Extremophile bezeichnet.

Eine wichtige Grenze für biologische Aktivitäten auf der Erde ist die Temperatur des Wassers in welcher die Kreatur lebt. Sie kann unter 0°C betragen, soweit das Wasser nicht zu Eis gefriert und bis hinauf auf 115°C reichen, falls das Wasser nicht kocht. Andere Extremophile umfassen auch säure- und/oder salz-liebende Mikroben. Diese können unter Drücken leben, die mehr als 350 mal größer sind als der atmosphärische Druck auf normal Null (dem Meeresspiegel).

Mikroben, die nur in kochendem Wasser leben können, werden Hyperthermophile genannt. Sie stellen einen besonders wichtigen Zweig der Extremophilen dar, da sie zu den ältesten Species gehören zu scheinen, die auf der Erde überhaupt anzutreffen sind. Einige Wissenschaftlicher glauben, daß dies bedeutet, daß das Leben ursprünglich in Hochtemperatur-Umwelten beginnt, vielleicht in Heiß-Wasser-Geysiren auf dem Meeresboden (sogenannten "schwarzen Rauchern). Obwohl die Extremophilen ihre Energie aus einem weiten Spektrum chemischer Prozesse beziehen, verlassen Sie sich auf Wasser und enthalten DNA.

Vielleicht aber basiert exotisches ausserirdisches Leben auf anderen Flüssigkeiten denn Wasser oder anderen Formen informationstragender Moleküle denn den DNA. Dieses alles können nur Expeditionen in das Weltall klären.


Hintergrundartikel der sci.esa.int - Text sci.esa.int - Übersetzung W.Kerner