Aus der Zeitschrift: VEREIN GEBORENER HAMBURGER E. V. Mai/Juni 2000
Aus der Arbeit des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine
Anke Wegner, Arbeitsgruppe für Marketing und Kommunikation


Neue Philanthropische Gesellschaft - Aufgaben und Historie


Ein Vortrag vom Präsidenten der Gesellschaft, Herrn B. Jürgens vor dem Zentralausschuß am 31. Januar 2000


Bei dem Wort "Neue Philanthropische Gesellschaft" denken manche Menschen an Briefmarkensammler, wegen der phonetischen Ähnlichkeit des Wortes mit Philatelisten. Das ist natürlich nicht Sinn der Gesellschaft, auch befaßt man sich nicht mit den Tropen.

Im Lexikon findet man unter dem Stichwort "Philanthrop" den Hinweis auf den Menschenfreund, auf Humanität. Damit ist man schon bei den wesentlichen Aufgaben dieser Gesellschaft. Zu Hamburg gehört nicht nur die kaufmännische Praxis, sondern auch die Tradition freiheitlichaufklärerischen Denkens. In dieser Tradition sieht sich die Neue Philanthropische Gesellschaft e. V., die 1986 gegründet wurde.

Sie soll an die von 1796 erinnern. In der aufblühenden Zeit der Aufklärungsideale hat der in Hamburg tätige Arzt Dr. Georg Kerner die "Philanthropische Gesellschaft zu Hamburg" gegründet und sehr engagiert betrieben, um in unserer Heimatstadt eine Entwicklung zur demokratischen Gesellschaftsform einzuleiten. Er setzte sich energisch für die Selbstbestimmung des Menschen in einer freien, demokratischen Gesellschaft ein, aber das ist in der heutigen Zeit offenbar weitgehend in Vergessenheit geraten. Georg Kerner war zu früh geboren. Die Zeit für eine Neuorientierung hin zu einer Republik in Deutschland war noch nicht gekommen. Darum verbot ein weiser Senat der Stadt Hamburg die Gesellschaft schon 1798 wegen des Verdachtes auf Verbreitung von umstürzlerischen Ideen.

Die Mitglieder der Neuen Philanthropischen Gesellschaft sind unabhängig und konstruktiv denkende Menschen, die durch ihr Engagement aufklärerische Ideen und Werte in der heutigen Zeit fortleben lassen.

Die Gesellschaft beteiligt sich aktiv an der Bildungsarbeit. Sie organisiert Gesprächsrunden und öffentliche Veranstaltungen, um durch Diskussionen und persönlichen Kontakt zum Gedankenaustausch anzuregen. Dabei stehen aktuelle Themen und gesellschaftliche Herausforderungen im Vordergrund. Im Dialog mit sachkundigen Referenten wird der Frage nachgegangen, welche Antworten die Werte der Aufklärung für diese Themen liefern.

Das hört sich alles ein wenig theoretisch an. Praktisch sieht es so aus:

Von Oktober bis Mai findet jeden Monat ein Vortrag statt. In jedem Jahr gibt es ein Generalthema. In diesem Jahr lautet es: "Herausforderungen zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Zwischen Tradition und Vision."

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Bislang hat die Neue Philanthropische Gesellschaft rund 60 öffentliche Vorträge und Diskussionen organisiert und sich einen festen Zuhörerstamm erworben. Wenn es dabei gelungen ist, zu eigenem Nachdenken anzuregen, Meinungs- und Verhaltensprüfung zu fördern und mehr menschliche Verbundenheit zu schaffen, so ist dies im Sinne der Gründer.

Es gehört zum Selbstverständnis dieser Gesellschaft, daß sie unabhängig von politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Gruppierungen ist. Aufgrund der von ihr geleisteten Arbeit ist die Neue Philanthropische Gesellschaft e. V. als gemeinnützig anerkannt.


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