KERNER, Johann Georg

geboren    09. April 1770 in Ludwigsburg/Württemberg
gestorben 07. April 1812 in Hamburg/Hamburg

deutscher Freiheitsfreund, Journalist, Schriftsteller, Legationssekretär und Arzt.


K. stammt aus einer der angesehensten Familien Württembergs. Sein Vater Christoph Ludwig Kerner (1744-1799) ist Oberamtmann und Regierungsrat, ein treu ergebener Diener des württembergischen Herzogs Karl Eugen. So ist der spätere Konflikt mit dem freiheitsliebenden Sohn bereits vorprogrammiert.

K.s Mutter Friederike Luise geb. Stockmayer (1750-1817) bringt insgesamt zwölf Kinder zur Welt, von denen nur die Hälfte überlebt: zwei Töchter und vier Söhne. Georg ist das älteste der Kinder, der bekannte Dichter und Arzt Justinus Andreas Christian (1786-1862) das jüngste. Ein anderer Bruder, Karl Friedrich (1775-1840), macht Karriere im württembergischen Heer, wird Innenminister in Württemberg und modernisiert das dortige Hüttenwesen.

Die ersten Jahre seines Lebens verbringt K. in Ludwigsburg. In der Deutschen Schule und der Lateinschule leidet K., der sein Leben lang relativ klein und schwächlich bleibt, unter den Gemeinheiten seiner Mitschüler. Seine meist schlechten Noten bestraft Vater Kerner mit Prügel. Deshalb ist es K. recht, dass dieser schon 1779 die Aufnahme seines Sohnes in die Hohe Karlsschule in Stuttgart erreicht. Nach langen Diskussionen einigen sich Vater und Sohn schließlich auf Medizin als Studienfach. Die Hohe Karlsschule ist eine Prestige-Einrichtung des Herzogs Karl Eugen, in der sich der Regent treu ergebene Beamte für Hof, Staat und Militär heranziehen will. Eine erbarmungslose Schulordnung schottet die Schüler von der Außenwelt ab und ahndet geringste Verstöße mit harten Strafen. K., der sich schon 1790 in einer Rede zum Namenstag des Herzogs für die Einrichtung einer staatliche Armenfürsorge einsetzt, gehört zu einem Kreis von Schülern, die sich für die Ideale der Französischen Revolution - Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit - begeistern. Mit Gleichgesinnten wie dem späteren Mediziner und Naturforscher Christoph Heinrich Pfaff, dem künftigen nassauisch-usingischen Staatsminister Ernst Ludwig Freiherr Marschall von Biberstein und dem angehenden Landschaftsmaler Joseph Anton Koch gründet K. einen politischen Klub, der 1790 in den Räumen der Schule eine geheime Feier zum ersten Jahrestag des Sturms auf die Bastille abhält. K.s Revolutionsbegeisterung drückt sich auch in zwei Fußreisen nach Straßburg aus, wo er unter anderem den Freiheitsaltar in der Metzgeraue besucht. An seinen Kommilitonen Johann Gotthard Reinhold, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird, schreibt er: "Wann wird man denn endlich in Deutschland solche Altäre erblicken, wann wird man denn in Deutschland auch anfangen, endlich den Himmel zu versöhnen, dass Jahrtausende hindurch der Geist der Sklaverei nicht von unserem Boden wich?" Zusammen mit seinen Freunden tritt K. auch öffentlich für seine Überzeugung ein: Auf einem Maskenball im Stuttgarter Opernhaus zeigen K. und drei Mitverschworene vor prominenten französischen Emigranten, wie drei Franzosen einen Adligen seiner Wappen und seiner Stammbuchrolle berauben und kahl aus dem Saal jagen. Ein anderes Mal bringen K. und seine Freunde Zettel mit Freiheitsparolen unter das Ballpublikum. K. will nach diesen Aktionen möglichst schnell nach Frankreich: In aller Eile fertigt er mit Hilfe seiner Freunde eine medizinische Doktorarbeit an und übersiedelt im Mai 1791 nach Straßburg, dem Zentrum der deutschen Revolutionsanhänger - offiziell, um seine medizinische Ausbildung abzurunden, tatsächlich aber, um im Land der Revolution zu sein. Kurz vorher verlobt er sich noch mit der Stuttgarterin Auguste Breyer (1770-1805) - der Beginn einer unglücklichen Fernbeziehung, da K. nicht mehr ins Herzogtum zurückkehren, die Verlobte wiederum nicht nach Frankreich nachkommen wird. Schon drei Wochen nach seiner Ankunft in Straßburg wird K. Mitglied des wichtigsten politischen Klubs der Stadt. Mit dem Beitritt zur "Gesellschaft der Freunde der Konstitution" wird K. vom Sympathisanten zum Akteur der Revolution: Bald hält er in der Niklaskirche eine französische Rede vor dem Klub, wird dessen deutscher Sekretär und startet seine journalistische Karriere mit einem Artikel für das Straßburger Blatt "Geschichte der Gegenwärtigen Zeit". Als der Herzog von K.s politischer Betätigung erfährt, entzieht er ihm das gewährte Stipendium. Die Radikalisierung der Konstitutionsfreunde ist wohl mitverantwortlich für K.s Entscheidung, nach Paris weiter zu ziehen. Sein Vater fühlt sich von ihm getäuscht, gibt aber schließlich seine Zustimmung. K. kommt in Paris Anfang November 1791 zu Fuß und fast mittellos an. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er unter anderem als Pariser Berichterstatter der Hamburger Zeitung "Adreß-Comptoir-Nachrichten" und ab 1793 außerdem als Arzt am dänisch-schwedischen Hospital. In der Hauptstadt der Revolution schließt K. Freundschaft mit bekannten deutschen Freiheitsfreunden wie Adam Lux, Gustav Graf von Schlabrendorf, Konrad Engelbert Oelsner, Georg Forster und Karl Friedrich Reinhard. Nach anfänglichen Besuchen des Jakobinerklubs klebt er Plakate gegen die Jakobiner an die Hauswände und wird Nationalgardist. Durch mutiges Eingreifen rettet K. zwei Abgeordnete der Nationalversammlung vor der Lynchjustiz der Sansculotten und beim Tuileriensturm am 10. August 1792 kämpft er auf Seiten des Königs gegen das Volk. Um die Verfassung von 1791 zu verteidigen, riskiert K., der in der politischen Mitte zwischen Royalisten und Jakobinern bleibt, immer wieder sein Leben: "Revolutionsmänner, die sich auf ihr Fach verstehen und denen die Sache der Freiheit am Herzen liegt, wissen sich und andere in die Notwendigkeit zu setzen, entweder das einmal begonnene Werk zu vollenden, zu siegen oder mit den Waffen in der Hand zu sterben. Sind sie einmal über den Rubikon geschritten, so brechen sie jede Brücke hinter sich ab", bekennt K. in seinen "Briefen, geschrieben auf einer Reise von Paris nach den Niederlanden". Für Württemberg entwirft der Freiheitsfreund Revolutionspläne, die er in Briefen an den französischen Außenminister Pierre Henri Marie Lebrun-Tondu schildert: Die Franzosen sollen das Herzogtum revolutionieren mit Zustimmung des Volkes, aber nicht durch das Volk. K.s Vorschläge werden nicht aufgegriffen. Publizistisch engagiert sich K. unter anderem für Adam Lux, der die Marat-Mörderin Charlotte Corday in einer Schrift verteidigt hatte. Als Danton und Robespierre die Revolution in den Terror führen, flüchtet K. zunächst auf das Gut seiner Landsmännin Rosine Helene Balletti nach Vissoux und Anfang 1794 - als sein Name auf einer Verhaftungsliste erscheint - in letzter Sekunde weiter in die Schweiz. Den Paß hat ihm sein württembergischer Landsmann Karl Friedrich Reinhard (1761-1837) verschafft, der im Außenministerium arbeitet. Mit K. flüchtet der gleichgesinnte Konrad Engelbert Oelsner (1764-1828). In der Schweiz wird K. Mitarbeiter der französischen Geheimdienstzentrale in Basel, die unabhängig von den Jakobinern in Paris arbeitet. Als nächstes entwirft der Freiheitsfreund einen Agentenplan für deutsche Universitäten: Ordentlich immatrikulierte Agenten sollen den Studenten die politischen Grundsätze Frankreichs einimpfen und so zu Anhängern der französischen Sache machen. Auch dieser Plan wird nicht in die Tat umgesetzt, obwohl er wesentlich realistischer ist als seine Vorgänger. Während der Schweizer Zeit wandelt sich K.s politische Einstellung: Sie ist inzwischen nicht mehr idealistisch, sondern pragmatisch. Bald nach dem Agentenplan wird K. selbst Agent der französischen Republik. Als Privatmann getarnt, reist er im Oktober 1794 nach Württemberg, um für die Neutralität des Herzogtums in dem unmittelbar drohenden Krieg zu werben. Herzog Ludwig Eugen, Nachfolger des 1793 gestorbenen Karl Eugen, verweist ihn nach zwei Wochen des Landes. Doch schon einen Monat später reist K. wieder nach Württemberg - dieses Mal, um der Republik ein Zertifikat zu beschaffen, das den Transithandel der Republik von Württemberg durch die Schweiz nach Frankreich sichern soll. Auf der turbulenten Rückreise flieht K. in Frauenkleidern vor den Österreichern. Nach dem Ende der Terrorzeit reist K. wieder nach Paris, wo inzwischen die Rechten regieren. Den Lebensunterhalt verdient sich K. während seines zweiten Parisaufenthalts vor allem als Journalist. Seine erste große Veröffentlichung sind die "Briefe aus Paris", die in der Leipziger Zeitschrift "Klio" erscheinen. In den nächsten Jahren schreibt der Rastlose für viele angesehene Journale in Deutschland wie "Geißel", "Klio" oder "Frankreich". Oft wählt K. die zu dieser Zeit beliebte literarische Form des Reisebriefs, um über die aktuelle Entwicklung im Land der Revolution und in den von Frankreich besetzten Schwester-Republiken zu berichten. Sein Schreibstil ist lebendig und detailreich, oft auch emotional oder ironisch. Aus Haß gegen die Jakobiner schließt sich K. einer Bande namens "Goldene Jugend" an, die auf sogenannten Bürgerspaziergängen alles verfolgt, was ihr jakobinisch erscheint. Die Germinal- und Prairial-Volksaufstände in der ersten Jahreshälfte 1795 gegen den Nahrungsmittel-Mangel und für die Einsetzung der sansculottenfreundlichen Verfassung von 1793 lehnt K. ab. Er läuft durch die Straßen und versucht, die Sansculotten mit Hilfe seiner Redegabe zu beruhigen. Beim Prairial-Aufstand gerät K., der im Bataillon seiner Sektion dient, wieder in Lebensgefahr. Der politisch Gemäßigte hält die Republik vor allem von links für bedroht. Deshalb empfiehlt er, gegen ehemalige Terroristen hart durchzugreifen. Die politische Lage diskutiert K. in einem Kreis, dem neben Oelsner, Reinhard und Schlabrendorf auch der französische Philosoph und Politiker Emmanuel Joseph Abbé Sieyès (1748-1836) und der deutsch-dänische Dichter und Berufsreisende Jens Immanuel Baggesen (1764-1826) angehören. Als Reinhard, der zum französischen Gesandten bei den drei Hansestädten in Hamburg ernannt worden ist, ihm anbietet, sein Privatsekretär zu werden, nimmt K. an. Zusammen reisen sie im September 1795 durch die neuen französischen Departements Belgien und Niederlande nach Hamburg. In seinem Reisebericht "Briefe, geschrieben auf einer Reise von Paris nach den Niederlanden" verteidigt K. noch die Ausbeutung der besetzten Länder durch die Republik als notwendig für die Finanzierung des Krieges gegen die Koalitionstruppen. K. lernt in Hamburg schnell die führenden Persönlichkeiten der liberalen und demokratischen Zirkel kennen: den Kaufmann und Senatsangehörigen Georg Heinrich Sieveking, den Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, den Vorstand der Handelsakademie Johann Georg Büsch und den Herausgeber der Zeitschrift "Frankreich" Peter Poel. K. verkehrt in Hamburg im Kreis der Freiheitsfreunde um Johann Diederich Schumacher. Seinem Freund Reinhold verschafft er eine Stelle beim Geschäftsträger der Batavischen Republik in der Elbestadt. Außer klassischen Sekretärsaufgaben erledigt der leidenschaftliche Reiter immer wieder Sonderaufträge außerhalb von Hamburg - allein nach Paris eilt er während der ersten Hamburger Zeit zwei Mal. Doch schon bei seiner ersten Mission wird klar, dass K. nicht zum Diplomaten geboren ist: Mehrfach provoziert er in Bremen kleine Gesellschafts-Skandale, indem er ohne Rücksicht auf die Zusammensetzung der Gästeschar seine politische Überzeugung offen äußert und frankreichkritische Bemerkungen scharf zurückweist. K. begegnet in der Weserstadt dem Revolutionsanhänger Adolf Freiherr von Knigge (1752-1796) und einige Monate danach dem späteren französischen Außenminister Charles-Maurice de Talleyrand (1754-1838). Eine zwischen Knigge und K. verabredete Korrespondenz scheitert am baldigen Tod Knigges, dafür unterhält K. während seiner Hamburger Zeit unter anderem Briefwechsel mit Sieyès und dem Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854). Dieser soll den Kontakt zur Verlobten wieder herstellen, die auf K.s Briefe nicht mehr antwortet. Im Juli 1796 reist K. in geheimer Mission zum Hildesheimer Kongreß. In Reinhards Auftrag soll er beobachten, ob der Kongreß der norddeutschen Staaten unter der Leitung Preußens tatsächlich dem offiziell angegebenen Zweck dient - der Finanzierung einer Neutralitätsarmee, die die Demarkationslinie zwischen Frankreich und Norddeutschland überwacht. K., der sich die geheimen Protokolle des Kongresses beschafft, wird schließlich enttarnt. Eine weitere Mission Ende 1796 nach Petersburg scheitert wegen K.s Ruf, ein "revolutionärer Demokrat" zu sein, bereits in Berlin. Die Besetzung Württembergs durch die Franzosen läßt K. neue Hoffnung für einen politischen Umsturz in seiner Heimat schöpfen. Die Übergriffe der französischen Soldaten verurteilt er nun. Flugschriften und ein nächtlicher, bewaffneter Überfall richten sich gegen K. und Reinhard, die im September 1796 ins dänische Altona umgezogen sind. K. läßt sich davon nicht einschüchtern und gründet einen politischen Klub, den er "Philanthropische Gesellschaft" nennt. Diese gibt nach außen hin vor, ausschließlich die Vervollkommnung des Menschen erreichen zu wollen, dient aber den Freiheitsfreunden auch als Rednerschule und Vereinigungspunkt. Die Gesellschaft besteht zunächst nur aus sechs, später aus bis zu 20 Mitgliedern, die K. zum Präsidenten wählen. Mitglieder der Gesellschaft, darunter auch K., beteiligen sich am Bastille-Fest vom 14. Juli 1797 in Harvestehude. Obwohl der Klub in der Öffentlichkeit seine hehren Ziele beteuert, erheben die Gesandten der gegenrevolutionären Staaten den Vorwurf, die Gesellschaft sei ein Jakobinerklub. Sie setzen ein Verbot der Vereinigung durch. Im Sommer 1797 ist K. erneut in Paris. Seine Bemühungen um eine offizielle Anerkennung seiner Sekretärsstellung durch die Republik scheitern. Den vor Ort miterlebten Staatsstreich vom 18. Fructidor (4. September 1797) feiert K. als Rettung der Republik. Genauso freut er sich über die Siege der französischen Armeen in Italien unter der Führung von General Bonaparte, den er zu diesem Zeitpunkt noch bewundert. Die Rückreise im Oktober 1797 führt K. über die linksrheinischen Gebiete, wo er sich mit den Hauptakteuren der zweiten cisrhenanischen Freiheitsbewegung trifft, die sich für den Anschluß an Frankreich engagiert. Die Rheinländer bitten K. zu bleiben, doch dieser kehrt nach Hamburg zurück und begleitet im Mai 1798 den zum französischen Gesandten in Florenz ernannten Reinhard ins Großfürstentum Toskana. Auf der Reise dorthin macht K. einen Abstecher in die Heimat. Hier kommt es zur Versöhnung mit dem Vater, der im folgenden Jahr stirbt. Wie sehr K. die gesamte Wirklichkeit der Politik unterordnet, zeigt sich auf dieser Reise: Der wilde Alpenfluß Eisack in Südtirol wird ihm zum Symbol der siegenden Revolution. In Italien kommt K.s Tollkühnheit und Draufgängertum endgültig zum Durchbruch: Er durchstreift mit Gewalt-Ritten rastlos Nord- und Mittelitalien, hat eine leidenschaftliche Affäre mit der verheirateten Rosa Gianetti und kämpft gegen Aufständische. Bei einem Aufenthalt in der Römischen Republik im Juli 1798 empören ihn Korruption und Bereicherung der französischen Machthaber. Die Mißstände schildert K. während eines Parisaufenthalts Ende 1798 dem Direktoriumsmitglied Jean-Baptiste Treilhard - wieder ohne Folgen. Erstmals keimt politische Enttäuschung in K. auf. Auguste Breyer löst die Verlobung endgültig. K. fühlt sich physisch und psychisch zerrissen. Nachdem die Franzosen die Toskana im Frühjahr 1799 besetzt haben, hilft K. bei der Entwaffnung der toskanischen Truppen und bei der Umwandlung der patrizischen Stadtverwaltungen in republikanische. Doch schon bald entstehen Unruhen in der Umgebung von Florenz. Mit der von ihm selbst aufgestellten Bürgerwehr zieht K. ins Gefecht gegen die aufständischen Bewohner von Arezzo und wird durch einen Schuß in die Achsel verwundet. Die militärische Lage der von Russen und Österreichern bedrohten Franzosen in der Toskana wird schließlich so prekär, dass K. und Reinhard im Juli 1799 fliehen müssen. Im Anschluß an die Rückkehr nach Frankreich bleibt K. der Privatsekretär von Reinhard, der zum Außenminister der Republik ernannt worden ist. Er schickt K. mit Aufträgen in das Hauptquartier von General Guillaume-Marie-Anne Brune in die Batavische Republik, wo englische und russische Truppen gelandet sind. K. nimmt als Pionieroffizier an einer Schlacht gegen die Koalitionstruppen teil. Bonapartes Staatsstreich Ende 1799 führt zu Reinhards Ablösung und Entsendung in die Schweiz, die nach dem Einmarsch der Franzosen nun die Helvetische Republik ist. Noch einmal begleitet K. den Landsmann. Frankreich stellt ihn erstmals offiziell an - als Legationssekretär. K. macht im Verlauf des Jahres 1800 in der Helvetischen Republik Requisitionen für Bonapartes Armeen. Schon zu diesem Zeitpunkt betrachtet K. den Ersten Konsul, der die Schweiz genauso wie die anderen besetzten Länder ausbeutet, nicht mehr als den Retter der Revolution oder als den Überbringer der Freiheit für die Völker Europas. K.s Bewunderung beschränkt sich auf Bonapartes militärische Leistungen. Daran ändern auch zwei Begegnungen mit Bonaparte nichts. K. kritisiert die "Parteisucht" in der von mehreren Staatsstreichen erschütterten Helvetischen Republik und schlägt die Bildung einer neuen Regierung aus fähigen Republikanern vor, die eine tragfähige Verfassung ausarbeiten sollen. Dabei bejaht K. eine Aristokratie der Bildung und des Besitzes. Das Volk spielt keine aktive Rolle, es muß nach K.s Überzeugung erst richtig ausgebildet werden. Im Herbst 1800 macht K. einen Besuch in der Heimat: Er trifft sich mit Verwandten und Freunden und versucht ein letztes Mal, Einfluß auf das politische Geschehen im Herzogtum Württemberg zu nehmen, für das er kurz vor Reiseantritt den Plan eines "Friedensaufstands" ohne französische Hilfe gegen die herzogliche Regierung ausgearbeitet hat. Wieder bleibt sein Plan ohne konkrete Folgen. K.s politische Enttäuschung wächst langsam, aber stetig. In der Schweiz lernt er Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) kennen und wird ein begeisterter Anhänger von dessen neuer Pädagogik, die geistige, seelische und praktische Fähigkeiten in gleichem Maße fördern will. Eine praktische Folge dieser Begeisterung ist, dass K. seinen jüngsten Bruder Justinus Andreas Christian in die Schreinerlehre schickt. K. mißt der Bildung immer mehr Bedeutung bei, weil er sie als notwendige Voraussetzung für aufgeklärtes politisches Handeln betrachtet. An der Schweizer Verfassungsdiskussion beteiligt sich K. mit einer Flugschrift, die Reinhard unterstützen soll. Obwohl K. unter dem Pseudonym August Wattenburg schreibt, wird schnell bekannt, dass er die Flugschrift verfaßt hat. Der zweite Aufenthalt in der Schweiz vollendet K.s politische Enttäuschung, die in Italien begonnen hat. K. kündigt seinen Posten bei Reinhard in der ersten Hälfte des Jahres 1801 und bemüht sich erfolglos, in Paris eine andere offizielle Anstellung bei der französischen Republik zu bekommen: Die Distanz zu Sieyès, Bonaparte und Talleyrand nimmt zu. Ende November 1801 reist der Freiheitsfreund nach Hamburg, um dort einen Neuanfang als Kaufmann zu machen. Doch K.s politische Vergangenheit schreckt die Kaufleute davon ab, ihn als Handelslehrling aufzunehmen. Als nächstes versucht K. sein Glück als Verleger eines neuen politischen Journals. Der "Nordstern" berichtet ab März 1802 einmal wöchentlich über politische Ereignisse im In- und Ausland. K. schreibt die Artikel selbst und sorgt auch für den Vertrieb. Informationen erhält er durch die Lektüre von rund 15 Zeitschriften und durch die Korrespondenz mit seinen zahlreichen Freunden. Trotz der inzwischen scharfen Zensur in Hamburg findet K. einen Weg, seine Meinung über die Lage in der französischen Republik und insbesondere über Bonaparte zu äußern. Als Meister der "verdeckten Schreibweise" kritisiert er den ersten Konsul nicht direkt, sondern zitiert ohne Kommentar negative Bemerkungen anderer über diesen. Doch dann kehrt Reinhard als französischer Gesandter nach Hamburg zurück und setzt ein Verbot von K.s Journal durch. Nun besinnt sich K. auf seine Ausbildung als Arzt: "Ich wollte der Bekämpfung der geistigen Gebrechen der Menschheit mein Leben weihen, es gelang mir nicht. Nun kehre ich zur Bestimmung meiner Jugend zurück, zur Bekämpfung körperlicher Gebrechen der Menschen." An der Kopenhagener Universität frischt er ab Mitte 1802 sein medizinisches Wissen auf, als Spezialgebiet wählt er die Geburtshilfe. Über eine Reise mit Freunden durch Südschweden verfaßt K. ein Buch, das unter dem Titel "Reise über den Sund" beim bekannten württembergischen Verleger Johann Friedrich Cotta erscheint. K. beschreibt darin Schweden als ein ideales Exil für enttäuschte Freiheitsfreunde. Im August 1803 läßt sich K. in Hamburg als Arzt nieder. Er führt dort die Pockenschutzimpfung ein, die er in Schweden kennengelernt hat. Anfang 1804 wird K. vom Senat zum "Arzt für die Baracken" - das sind die ausgedehnten Elendsviertel auf dem Hamburger Berg (heutiges St. Pauli) - ernannt. Die neue Aufgabe interpretiert K. auch sozial und politisch, indem er Freunde ermuntert, Geld und Gegenstände für die Armen zu spenden. Neben den Impfungen kümmert sich K. um das Entbindungswesen der Stadt. Da dort katastrophale Zustände herrschen, bietet der geschickte Geburtshelfer einen Lehrkurs für Hebammen an. K. erwirbt sich als Arzt und Wohltäter der Armen rasch einen ausgezeichneten Ruf. Am 27. Mai 1804 heiratet K. die Hamburgerin Johanna Friederike Duncker (1784-1862). Trauzeuge ist Reinhard, mit dem sich K. zuvor versöhnt hat. K. und seine Frau bekommen vier Kinder, einen Jungen und drei Mädchen: Bonafine, Klara Theone, Sacontala und Georg Reinhold. Wie in der ersten Hamburger Zeit ist K. ständiger Gast im Schumacherschen Kreis. Auch journalistisch betätigt er sich wieder. Für das Hamburger Wochenblatt "Nordische Miszellen" schreibt der Freiheitsfreund regelmäßig Artikel: Seine Ironie ist feiner, sein Schreibstil komplizierter geworden. Trotz des häuslichen und gesellschaftlichen Glücks ist K. wegen der politischen Situation unzufrieden. K.s größter Wunsch ist jetzt die Einigung Deutschlands. In seinem Gedicht "Das blaue Fieber" übt K. vernichtende Kritik an Bonaparte, der sich inzwischen zum französischen Kaiser Napoleon gekrönt hat: "Gieriger sind nicht Hyänen, Tiger hat er zu Mäzenen, Flüsse hat er ausgesoffen, und noch steht der Schlund ihm offen." Tatsächlich besetzen die Franzosen Ende 1806 Hamburg und Bremen. Weil K. beste Kontakte zu den neuen Machthabern hat, ernennt ihn zunächst Bremen, später auch Lübeck zum Beauftragten bei den französischen Behörden in Hamburg. Von Fall zu Fall gelingt es K., durch Verhandlungen mit den Franzosen die negativen Folgen der Besatzung für die Städte zu lindern. 1806 beruft ihn der Senat zusätzlich zum Armenarzt, 1810 noch zum Arzt für das Zuchthaus und die Entbindungsanstalt. K. kümmert sich aufopferungsvoll um die Kranken, Armen und Schwangeren. In einer letzten Publikation vom Sommer 1810 prangert er die Zustände im Entbindungshaus und in der Armenanstalt an und macht Verbesserungsvorschläge, die aber wegen der kurz darauf folgenden Angliederung der Hansestädte an Frankreich nicht verwirklicht werden. Die immer schlimmeren Zustände in Hamburg unter der französischen Besatzung, die Auflösung des Schumacherschen Kreises, die Berufung Reinholds zum holländischen Gesandten in Berlin und schließlich auch zunehmend gesundheitliche Probleme lassen K.s ausgeprägten Lebensmut sinken. Dennoch macht er weiterhin seine Krankenbesuche. Im Frühjahr 1812 bricht in Hamburg und Umgebung eine Nervenfieber-Epidemie aus. Bei einem seiner vielen Patienten infiziert sich K. mit dem Nervenfieber, wahrscheinlich Flecktyphus. Nach zwölf Stunden Bewußtlosigkeit stirbt er zwei Tage vor seinem 42. Geburtstag. Die Anteilnahme an K.s Tod ist groß. Beim Begräbnis auf dem St. Petri-Kirchhof folgen viele Freunde dem Sarg. Von aufrichtiger Trauer und Wertschätzung zeugen auch die zahlreichen Nachrufe für den Menschenfreund. In einem heißt es: "Eine sich selbst vergessende Uneigennützigkeit, eine seltene Genialität und eine nichts verhehlende Offenheit machten ihn seinen Freunden besonders teuer. Er scheint in einem kurzen, aber gehaltvollen Leben die Summe eines längeren Daseins erschöpft und dessen Zweck erfüllt zu haben." - K.s Biographie ist für die Revolutionszeit gleichzeitig charakteristisch und einmalig. Auf der Hohen Karlsschule hat K. viele Freunde, die seine Freiheitsbegeisterung teilen. Später setzt sich aber nur K. so kompromißlos für die Ideale der Revolution ein. Dabei nimmt er persönliche Nachteile in Kauf. Mit seiner journalistischen Arbeit bestreitet K. zeit- und teilweise seinen Lebensunterhalt. Noch wichtiger ist ihm freilich, auf diese Weise die öffentliche Meinung in Deutschland zu Gunsten Frankreichs und der Revolution zu beeinflussen. Die bevorzugte Darstellungsform des Vielschreibers sind die in dieser Zeit literarisch modernen Reisebriefe. K. begegnet vielen Menschen, darunter auch den bekanntesten Persönlichkeiten der Revolutionsepoche wie Bonaparte, Sieyès, Talleyrand, Knigge, Schelling und Pestalozzi. Mit vielen schließt er Freundschaft und korrespondiert über viele Jahre hinweg. Im Gegensatz zu den meisten seiner Gesinnungsgenossen bleibt er nicht bei der Theorie stehen, sondern handelt auch nach seiner Überzeugung: Als Redner in der Stuttgarter Hohen Karlsschule und in der Straßburger Konstitutionsfreunde-Gesellschaft, als Nationalgardist in Paris, als Autor von Plänen zur Revolutionierung Deutschlands, als Agent für die französische Geheimdienstzentrale in Basel, als Kurier und Unterhändler Reinhards, als Gründer und Präsident der "Philanthropischen Gesellschaft", als Soldat der Cisalpinischen und Batavischen Republik, als Beauftragter Bremens und Lübecks, als Arzt und Fürsprecher der Armen und Kranken. K. ist Augenzeuge, Berichterstatter sowie Akteur der Französischen Revolution und wandelt sich mit der Zeit vom politischen Romantiker zum Realpolitiker. Trotz seines rastlosen Einsatzes für die Republik macht K. keine Karriere im französischen Staatsdienst. Denn K. hält mit seiner Meinung nie hinter dem Berg und verursacht so immer wieder gesellschaftliche Skandale. Erst ab 1801, als K. begreift, dass Bonaparte die besetzten Länder nicht von der Tyrannei der Fürsten befreien, sondern planmäßig ausrauben will, ist er von Frankreichs Politik enttäuscht. Andere deutsche Freiheitsfreunde hatten sich schon während der Terrorzeit von der Republik abgewandt. In seiner letzten Lebensphase arbeitet K. als Arzt in Hamburg medizinisch erfolgreich und fortschrittlich. Indem er sich für seine Patienten - die Ärmsten der Armen - verausgibt, kann er wenigstens eines der revolutionären Ideale verwirklichen: die Brüderlichkeit. K. ist in eine Reihe mit den bedeutendsten deutschen Freiheitsfreunde Knigge, Forster und Rebmann zu stellen. Er ist einer der geistigen Väter der deutschen Revolution von 1848 und der Demokratie in Deutschland. - K.s abenteuerliches Leben geriet nach Adolf Wohlwills relativ schmaler Biographie von 1886 in Vergessenheit. Erst 1978 lenkte die ostdeutsche Literaturwissenschaftlerin Hedwig Voegt wieder die Aufmerksamkeit auf K., indem sie eine Auswahl seiner Briefe, Manuskripte und Werke veröffentlichte, der sie eine kurze biographische Skizze voranstellte.


Werke

"Über den wichtigen Einfluß gut eingerichteter Kranken-Anstalten und Armen-Häuser auf das Wohl eines Staats", Rede zum Namenstag des Herzogs Karl Eugen, Stuttgart 1790;

"Einige Bemerkungen über Tochtergeschwülste", Doktorarbeit, Stuttgart 1791;

Bericht über eine Reise nach Baden-Baden, in: Geschichte der Gegenwärtigen Zeit, Nr. 272, 1098, 3. August 1791;

Zwei Briefe eines Deutschen aus Paris, in: Minerva, Bd. 3 (1792), 453-502;

Geschichte des 10ten August, in Briefen geschrieben in Paris, in: Minerva, Bd. 4 (1792), 89-132;

Folgen des 10ten Augusts. In Briefen aus Paris, in: Minerva, Bd. 4 (1792), 67-84;

Briefe aus Paris, in: Klio, Bd. 1, Heft 2-4 (1795), 245-261, 310-379 und 424-506 sowie Bd. 2, Heft 5 (1795), 90-126;

Briefe, geschrieben auf einer Reise von Paris nach den Niederlanden, in: Frankreich 1795, Bd. 3, 9., 11. und 12. Stück, 3-28, 99-109 und 243-253 sowie Frankreich 1796, Bd. 1, 2.-4. Stück, 141-148, 195-208, 291-310;

Briefe über Frankreich, die Niederlande und Teutschland (Zusammenfassung der "Briefe aus Paris" und nicht ganz sechs der sieben "Briefe, geschrieben auf einer Reise von Paris nach den Niederlanden"), Teile 1-3, Altona 1797/1798;

Neue Briefe, geschrieben auf einer Reise durch Deutschland, Holland und Frankreich, in: Geißel, 1. Jahrgang, Heft 1, 2 und 4 (1797);

Übersetzung und Herausgabe von Honoré Jean de Riouffes "Rede über die Gefahren, die das Innere der fränkischen Republik und das republikanische System bedrohen, gehalten im konstitutionellen Cirkel zu Paris (23. Juni 1797)", in: Frankreich 1797, Bd. 2, 7. Stück, 234-249 und als selbständiges Werk mit gleichem Titel, Hamburg 1797;

Briefe, geschrieben auf einer Reise von Paris nach Deutschland, in: Frankreich, Bd. 1, 1. und 2. Stück (1798) sowie Bd. 2, 5. Stück (1798); Rom.

Aus dem Schreiben eines deutschen Reisenden vom 27. Juli, in: Neueste Weltkunde vom 13. August 1798, Bd. 3, 896; Tagebuch eines Republikaners während seiner Reise durch Deutschland und Italien in den Jahren 6 und 7, in: Geißel, 2. Jahrgang, Heft 12 (1798) sowie 3. Jahrgang, Heft 1 und 6 (1799); Über den Vorschlag zu einem Central-Wahl-Ausschuss (unter dem Pseudonym August Wattenburg veröffentlicht), Bregenz 1801;

Auszüge aus den Briefen eines Deutschen in Paris, in: Frankreich, Bd. 1, 2.-4. Stück (1802);

Der Nordstern. Ein politisches Wochenblatt, 1.-19. Stück (1802);

Reise über den Sund, Tübingen 1803; Beitrag zu der Vaccinationsgeschichte in Hamburg und einem Teil der umliegenden Gegend. Hamburg, den 31sten Oktober 1803, in: Hamburgische Adreß-Comtoir-Nachrichten, 86. Stück, 681-683, 3. November 1803;

Politik - Rückblick auf das vergangene Jahr, in: Nordische Miszellen, Bd. 1 (1804), Nr. 1, 2-5, Nr. 2, 24-28 und Nr. 3, 46-48;

Politik, in: Nordische Miszellen, Bd. 1 (1804), Nr. 8, 121-128;

Politik, in: Nordische Miszellen, Bd. 1 (1804), Nr. 17, 268-272;

Politik, in: Nordische Miszellen, Bd. 1 (1804), Nr. 26, 416-419;

Politik, in: Nordische Miszellen, Bd. 1 (1804), Nr. 22, 350-356;

Politik, in: Nordische Miszellen, Bd. 2 (1804), Nr. 30, 59-64;

Beiträge zur Geschichte der Zeit, in: Nordische Miszellen, Bd. 2 (1804), Nr. 43, 275-280;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 3 (1805), Nr. 9, 140-144;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 3 (1805), Nr. 13, 204-208;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 3 (1805), Nr. 17, 268-272;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 3 (1805), Nr. 22, 347-352;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 4 (1805), Nr. 31, 74-80;

Politische Bemerkungen, in: Nordische Miszellen, Bd. 4 (1805), Nr. 43, 266-271;

Über Krieg und Frieden, in: Nordische Miszellen, Bd. 4 (1805), Nr. 51, 385-396;

Über das Jahr 1805, in: Nordische Miszellen, Bd. 4 (1805), Nr. 52, 409-416;

Über Sendschreiben und Antwort (unter dem Pseudonym Gustav Scanderholm veröffentlicht), Deutschland 1805;

An Hamburg, in: Nordische Miszellen, Bd. 5 (1806), Nr. 20, 320;

Das blaue Fieber (Gedicht), frühestens 1806;

Reise nach Rügen, im September 1807, in: Nordische Miszellen, Bd. 8 (1807), Nr. 40, 217-234;

Notizen aus Bremen, in: Nordische Miszellen, Bd. 11 (1809), Nr. 5, 91-95;

Über das Hamburgische Entbindungshaus und das Entbindungswesen der Armenanstalt, Hamburg 1810;

An den Ufern des Anio (zwei von Justinus Andreas Christian Kerner zu einem Artikel vereinigte, inhaltlich aber voneinander unabhängige Textfragmente von K.), in: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 260, 1037f., 31. Oktober 1825.


Literatur

Wilhelm Lang, Aus Georg Kerners Sturm- und Wanderjahren, in: Von und aus Schwaben, Heft 1, Stuttgart 1885;

Adolf Wohlwill, Georg Kerner. Ein deutsches Lebensbild aus dem Zeitalter der französischen Revolution, Hamburg/Leipzig 1886; - Walter Grab, Demokratische Strömungen in Hamburg und Schleswig-Holstein zur Zeit der ersten französischen Republik, Hamburg 1966 (Veröffentlichungen des Vereins für Hamburgische Geschichte; - XXI);

Hedwig Voegt (Hrsg.): Georg Kerner. Jakobiner und Armenarzt. Reisebriefe, Berichte, Lebenszeugnisse, Berlin 19781;

Uwe Schmidt, Georg Kerners Revolutionsplan für Württemberg vom Oktober 1792, in: Francia (1987);

Jens Wandel, Geheimagenten an die deutschen Universitäten. Georg Kerners Plan zur Zeit der Französischen Revolution, in: Volker Schäfer (Hrsg.): Bausteine zur Tübinger Universitätsgeschichte, 3. Folge, Tübingen 1987;

Hellmut G. Haasis, Gebt der Freiheit Flügel. Die deutschen Jakobiner 1789-1805, 2 Bände, Reinbek bei Hamburg 1988;

Axel Kuhn, Revolutionsbegeisterung an der Hohen Carlsschule, Stuttgart-Bad Cannstatt 1989 (Aufklärung und Revolution; 1);

Ulrich von Sanden, "In der Ferne eine glückliche Zukunft". Württemberg, die Französische Revolution und Georg Kerners Agitation für eine Revolution in Süddeutschland 1792-1795, Zulassungsarbeit (Stuttgart) 1990; -
Marc von Bandemer, Die politische Publizistik Georg Kerners, Magisterarbeit (Hamburg) 1991;

Hans-Werner Engels, Republikaner ohne Republik. Georg Kerners "Reisen" 1796-1801, in: Hans-Wolf Jäger, Europäisches Reisen im Zeitalter der Aufklärung (Neue Bremer Beiträge; 7), Heidelberg 1992;

Helmut Reinalter/Axel Kuhn/Alain Ruiz, Biographisches Lexikon zur Geschichte der demokratischen und liberalen Bewegungen in Mitteleuropa, Bd. 1: 1770-1800, Frankfurt a. M./Bern/New York/Paris 1992;

Axel Kuhn, "Die besten jungen Köpfe Wirttembergs gewinnen" - Reinhard und die Wetzlarer "Freunde der Wahrheit", Kerner und die Tübinger Studentenbewegung 1794/95, in: Wolfgang Schmierer/Günther Cordes/Rudolf Kieß/Gerhard Taddey (Hrsg.), Aus südwestdeutscher Geschichte. Festschrift für Hans-Martin Maurer zum 65. Geburtstag, Stuttgart 1994;

Andreas Fritz, Georg Kerner (1770-1812): Fürstenfeind und Menschenfreund. Eine politische Biographie, Diss. (Stuttgart), Ludwigsburg 2002.

Andreas Fritz, Georg Kerner, Kurzbiographie in "Kirchenlexikon" 2003.12 = Diese Biographie hier.



Diese Kurzbiographie erschien erstmalig Dezember 2003 im "Kirchenlexikon" Verlag Traugott Bautz.
Wir danken dem Autor und dem Verlag für die Genehmigung, den Artikel hier veröffentlichen zu dürfen.
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